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Covering LDH

September 22, 2017

Mancher mag schon davon gehört haben: in diesem Herbst wird eine neue deutsche Superheldenserie erscheinen. LDH – Liga deutscher Helden. Es ist das Äquivalent bzw. die Weiterentwicklung des Konzepts von ASH – Austrian Super Heroes, die ja nunmehr seit acht Ausgaben Österreich (un)sicher machen.

Für LDH erschien in diesem Sommer eine appetitanregende Nullnummer, mit der das ldh#1_scribbles_2017-08-25_2Projekt um Crowdfunding-Unterstützung warb. Das klappte gut, und nun startet die Serie mit der Premierennummer Anfang Oktober. Die Kreativen dahinter sind namhaft: Neben dem Mastermind Harald Havas, der schon ASH aus der Taufe hob, arbeiten an LDH solche Experten wie Oliver Naatz, Jan Dinter, Stefan Dinter, Martin Frei, Gerhard Schlegel, Sarah Burrini, Oliver Kammel und David Füleki (um nur ein paar zu nennen). Und auch ich durfte mich in die Liste derer Beitragender eintragen, denn mir wurde die Ehre zuteil, das reguläre Cover für die erste Ausgabe zu zeichnen.

Rechts seht Ihr das Scribble für die gewählte Covergestaltung. Von diesen Scribbles hab ich ungefähr 8 gemacht, bis entschieden war, welche Version umgesetzt werden soll. Wichtig war, dass alle Helden der Liga abgebildet werden und der Kontrahent der ersten Ausgabe zumindest erahnbar ist.

Nachdem das Scribble verabschiedet war, hab ich das Cover erstmal in allen seinen Einzelteilen gezeichnet, mit meinem neu erstandenen blauen Bleistift. Dazu hab ich alle Figuren einzeln auf der Zielgröße vorgezeichnet. Bei kniffligeren Posen, wie beispielsweise für Gamsbart unten links, hab ich Fotoreferenzen genutzt. Für das Auto hab ich mir ein Modell aus SketchUp gesucht und entsprechend hingedreht. Und nachher hab ich wieder alles in Photoshop zusammenmontiert:

ldh1_cover_vorzeichnung

Danach hab ich einen Ausdruck des Bildes oben auf das Leuchtbrett gelegt, einen Bogen Hahnemühle „Nostalgie“ drüber und mit dem Bleistift die Reinzeichnung angefertigt. Diese ist dann so geworden:

ldh1_cover_pencils_lowres

Und das war mein Beitrag zum ersten LDH. Das Cover. YAY 🙂

Getuscht wurde das danach von Stefan Dinter und koloriert von Martin Frei, sodass das Endergebnis dann so aussieht:

ldh1_cover_colors_low

Neben meinem Cover wird die ersten Ausgabe noch mit zwei weiteren Covern erhältlich sein: eines von einem internationalen Künstler gestaltet, das andere von einem sehr bekannten deutschen Comiczeichner. Ich durfte beide schon sehen, und es fühlt sich schon ganz gut an, mit diesen beiden Größen in einer Reihe abgebildet zu sein, wenn die drei Cover nebeneinander zu sehen sind 🙂

Mehr demnächst, wenn der VÖ-Termin verkündet werden kann.
Bis dahin: schönes Wochenende.

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Insektenwelt – wie eine Seite entsteht

August 27, 2015

Es ist Ende des Monats und die vierte Episode sollte eigentlich online sein. Das hat vor allem deshalb nicht geklappt, weil es doch deutlich zeitaufwändiger war, diese vorerst letzte Episode auf Papier zu bringen. Ich bin aber zuversichtlich, dass sie Anfang des kommenden Monats wie die letzten Episoden bei mycomics.de erscheint.

Bis dahin möchte ich hier mal zeigen, wie eine Seite INSEKTENWELT entsteht, und das am Beispiel der fünften Seite der zuletzt erschienenen dritten Geschichte.

Los geht’s, natürlich, mit dem Schreiben der Geschichte. Ich fühle mich am wohlsten, wenn ich zu den geschriebenen Worten direkt Bilder zu Papier bringe, daher sieht das „Comics schreiben“ bei mir so aus:

insektenwelt_wip_00_800px

Diese Scribbles mache ich in ein A5-Skizzenbuch (Hahnemühle Bamboo), die Zeichnungen sind A6 groß mit ausreichend Raum drumherum, um im Zweifel auch ausführlichere Text-Ideen drumherum schreiben zu können.

Diese Scribbles mache ich für eine ganze Geschichte, bis ich mit dem Ablauf zufrieden bin. Dann nehme ich einen A4-Zeichenkarton (Hahnemühle Nostalgie) und zeichne mit einem blauen Buntstift grob die Geschichte vor. Die wird dann erstmal gelettert und mit Panelrahmen versehen:

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Als nächstes, man sieht es oben schon, zeichne ich mit mehr oder weniger sauberen Linien alles, was wichtig ist. Danach definiere ich die Schwarzflächen:

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Das wäre nun normalerweise der Stand, der eingescannt, blaugedruckt und getuscht würde. Da mir dafür aber das Equipment fehlt (und ich bisweilen leichtsinnig bin), tusche ich direkt auf die Bleistiftzeichnung, ohne eine Sicherheitskopie zu machen.

Vor dem Tuschen nehme ich einen Radierknet und rolle den einmal konsequent über die Seite rüber. Der Radierknet nimmt dabei das überschüssige Graphit vom Blatt ab, stehen bleibt ein leichtes Grau.

Alles Schwarze tusche ich nun mit Feder und Pinsel (wobei letzterer häufig nur zum Ausfüllen größerer schwarzer Flächen herangezogen wird):

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Man sieht: ich tusche nicht alles, was ich vorher bei der Bleistiftzeichnung „ausgemalt“ habe. Denn im nächsten, finalen manuellen Schritt nehme ich schwarze Aquarellfarbe und arbeite Graustufen in die Zeichnungen ein:

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Damit ist die Seite dann fertig und wird hochaufgelöst eingescannt.

Gescannt wird in RGB, damit ich die blauen Linien der Verzeichnung löschen kann. Dafür benutze ich den Kanalmixer von Photoshop, indem ich dort den Blau-Kanal anwähle und im ‚monochrom‘-Modus „Blau“ auf ‚0‘ setze. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, die Vorzeichnungslinien zu löschen.

Das Ergebnis ist ein schwarzweißes Bild, in dem ich mit einer Gradationskurve den Kontrast anziehe, um Schwarz schwarz und Weiß weiß zu bekommen. Hier und da wird dann noch ein bißchen gepinselt, kleinere Fehler korrigiert.

Um nun noch ein bißchen Farbe in die ganze Sache zu bringen, ohne lange kolorieren zu müssen (was zeitlich nicht drin ist im Moment), färbe ich die Graustufen noch mit der selektiven Fatbkorrektur grün, und fertig ist der Lack:

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So, und nun wende ich mich wieder der vierten Episode zu. Die befindet sich aktuell im Stadium „Bleistiftlinien ohne Schwarzflächen“, also kann ich nächste Woche wieder Feder und Pinsel schwingen. Da freu ich mich schon drauf, mit der Tusche bekommt eine Zeichnung nochmal nen ganz anderen Look. Mehr dann, wenn die Story fertig ist.

Kleiner Lese-Tipp noch, der mich bei der Arbeit an der aktuellen Episode inspiriert hat: Seit kurzem erhältlich ist das neue Werk von Frank „Spong“ Plein, ‚Der Eigene Strich‘. Wie alle Bücher von Spong schon aufgrund der Sprache eine unterhaltsame Lektüre, kann man wie aus den meisten Ratgebern hier und da nützliche Hinweise und Ideen herausziehen. Kann man mal reinlesen 🙂 (hier bei Amazon bestellbar –> Link)