Urlaubstagebuch VII

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Heute gibt’s, verspätet, den letzten Teil des Reiseberichts von unserem Urlaub auf Rhodos, in dem noch kurz die Ereignisse des Rückreisetags beleuchtet werden sollen. Denn so schön die Woche auf der Insel gewesen ist, so chaotisch war die Heimreise.

Alles begann, wie schon in Teil V beschrieben, mit einem Schreiben der Reisegesellschaft am Abend vorher. Dort wurden wir darauf hingewiesen, dass unser Abflug auf ca. 13:30 Uhr verschoben wurde (statt 10:40 Uhr), weil in Griechenland die Fluglotsen streiken würden. Was bei uns spontane Freude ausgelöst hat, denn wir hätten um 06:10 Uhr abgeholt werden sollen und damit das Frühstück verpasst. So konnten wir also ein bißchen länger schlafen, gemütlich was essen und warteten dann um 10:30 auf den Bus.

Der hatte uns ja auf der Hinreise als erstes abgesetzt und sammelte uns jetzt entsprechend als letztes ein. Das gefiel. Sollte aber das letzte Mal an diesem Tag sein, dass irgendwas Organisatorisches reibungslos verlief.

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Auf der Fahrt sahen wir dann nochmal ein bißchen was von der Insel, hier zum Beispiel ein weiteres Zeichen dafür, dass die Johanniter die Insel besetzt hatten. Prinzipiell bin ich aber nicht böse, dass wir nicht weiter auf der Insel rumgefahren sind. Denn, von einigen Ecken abgesehen, sieht man doch nur viel Fels.

Am Flughafen angekommen bereitete uns eine Dame von unserer Fluggesellschaft dann schon im Bus auf das uns erwartende Chaos im Flughafengebäude vor: so ein Fluglotsenstreik von 3 Stunden Länge wirbelt ne Menge durcheinander, und jetzt würde es bald wieder losgehen, und die Flieger gehen dann im Minutentakt und so weiter. Im Gebäude aber erstmal:

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Schlange stehen auf dem Weg zur Sicherheitskontrolle. Ein gefühlter Kilometer.

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Vorher hatten wir mit Fluggästen nach München zusammen eingecheckt. Eigentlich sollten wir uns hinter die Münchner stellen, diesen Hinweis haben wir aber geflissentlich missachtet. Was uns später in Hamburg nochmal Fracksausen bescherte, dazu aber unten mehr.

Nach der Sicherheitskontrolle befiel mich spontan eine gewisse Müdigkeit, als ich auf den Abflugzeiten-Monitor schaute:

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Statt, wie angekündigt, 13:30 sollte unser Rückflug nun um 18:30 starten. Yay!

Wir richteten uns also mit vielen anderen Fluggästen in der Wartehalle ein und versuchten, irgendwie die Zeit totzuschlagen. Immer mal wieder mit einem Blick nach draußen, ob sich auf dem Rollfeld was tut.

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Zwischendurch waren wir im Duty-Free-Shop, in dem wir uns mit Ouzo eindeckten (einen mussten wir leider zweimal kaufen, weil ich ihn fallen ließ), und liefen ein bißchen auf dem Flughafen rum. Von allen Flughäfen dieser Welt ist der von Rhodos aber einer der langweiligsten. Es gibt nichtmal einen Zeitschriften-Shop in der Wartehalle, dabei hätte ich echt nochmal gerne in griechische Comics reingeschaut. Sehr schade.

Plötzlich und ziemlich kurzfristig wurde dann unser Rückflug auf 15:30 terminiert, und sehr kurz davor bekamen wir Bescheid, an Bord gehen zu dürfen. Kurz vor dem Betreten des Flugzeugs holte ich nochmal letzte Impressionen von Rhodos ein:

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An Bord bekamen wir dann gesagt, dass diesen kurzfristigen Bescheid nicht alle Fluggäste mitbekommen hatten: 2 Passagiere, die Gepäck aufgegeben hatten, saßen nicht im Flugzeug. Das geht natürlich nicht, deswegen musste das Gepäck dieser beiden wieder aus dem Flugzeug entfernt werden. Das dauerte. Außerdem war der Luftraum über Griechenland total überfüllt, denn es wurde ja nicht nur auf Rhodos gestreikt, sondern in ganz Griechenland. Also stand unser Flugzeug noch ca. eine halbe Stunde auf dem Rollfeld, wartend auf grünes Licht bzw. eine Lücke im Luftraum, in die es starten durfte. Was dann aber irgendwann passierte, und so flogen wir dann wieder gen Hamburg.

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In Hamburg angekommen empfing uns ein Wetter, das wir auf Rhodos schon vergessen hatten: Regen. Sogleich bekam man wieder das Gefühl zuhause zu sein, gleichzeitig glaubte ich, dass jetzt ja nichts mehr schiefgehen kann. Das stellte sich aber als Trugschluss heraus.

Denn bei der Kofferausgabe warteten wir abermals an diesem Tag ungewöhnlich lang. Auf Rhodos am Hinreise-Tag ging diese ja recht schnell, in Hamburg warteten wir ewig, bis das Förderband loslief, nochmal ewig, bis die ersten Koffer kamen. Und bei diesen ersten paar Koffern blieb es dann auch erstmal. Die wurden größtenteils weggenommen und eine Handvoll Leute ging dann auch schon, aber die anderen Passagiere (auch wir) warteten weiter auf unsere Koffer. Währenddessen drehte ein einziger Koffer auf dem Laufband seine Runden, und bei einem Blick auf das Etikett dieses Koffers wurde mir mulmig: auf dem grünen Flughafenetikett stand in großen Lettern „MUC“. München.

Hatten wir nicht mit Münchnern eingecheckt? Ist durch den Streik auf Rhodos Gepäck vertauscht worden? Sind unsere Koffer nach München geflogen?

Eine halbe Stunde verging, in der einsam und allein der Münchner Koffer seine Runden drehte. Also noch ein bißchen die Halle fotografiert:

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Zu unserer großen Erleichterung erledigten sich unsere schlimmsten Befürchtungen aber dann und unsere Koffer kamen doch noch. Und schlagartig nach dem Abfallen dieser letzten Sorge machte sich eine enorme Trägheit breit, denn schlauchend war der Tag allemal. Also machten wir uns auf dem Weg nach Hause, vorbei an scheinbar besitzerlosem Gepäck:

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Unterm Strich war es ein toller Urlaub, auch wenn er am Ende nochmal ein bißchen nervenaufreibend war. Und eine Woche war genau die richtige Länge, mehr hätte es für mich auch nicht sein müssen.

Ich kann auf jeden Fall guten Gewissens jedem, der günstig nach Rhodos fliegen kann, ans Herz legen, diese Gelegenheit wahrzunehmen. Und ich hoffe, dass mein Reisebericht ein bißchen inspirierend gewesen ist.

Danke für’s mitlesen.

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2 Antworten to “Urlaubstagebuch VII”

  1. Hilde Ratke Says:

    Hallo Till,
    Du hast ja einen Mammutbericht verfasst, sehr beeindruckend.
    Man meint dabei gewesen zu sein. Leider habe ich Eure Figuren nicht entdecken können.
    Ist ja sehr lustig,dass Ihr das Frühstück verpennt habt. Und auch sonst ist alles sehr akribisch in Bild und Schrift umgesetzt.
    Herzlichen Dank für den interessanten Reisebericht und auch für die Ansichtskarte, die schon vor einiger Zeit hier ankam.
    Hilde aus Greifswald

  2. Cordula aus HST Says:

    Kann mich der Lobhudelei von Hilde nur anschließen. Allerdings: Wozu jetzt noch nach Rhodos fliegen? 😉 Es grüßen Euch Cordula und „Mau“

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