Urlaubstagebuch 2009, Teil IV

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Rhodos war vor Jahrhunderten gesegnet mit heißen Quellen, wenn auch nur wenigen. Um solche wurden damals ja gerne Wohlfühloasen gebaut, in denen die (meist betuchten) Menschen ein bißchen die Seele baumeln lassen konnten: Thermen.

Und solche gibt es auf Rhodos noch heute, auch wenn die heißen Quellen mittlerweile versiegt sind. Die Italiener hübschten sie sogar während ihrer Besatzung von Rhodos noch etwas auf, so dass sie momentan hauptsächlich eine Touristenattraktion sind.

Also bin ich, ganz Tourist, natürlich hin. Zu Fuß, denn sie sollten nur 20 Fußminuten von unserem Hotel weg sein, und wir waren auch daran vorbeigefahren auf unserem Weg nach Faliraki. Und so ging ich in meinen Freizeitlatschen los, in die Mittagsglut.

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Und gleich, 5 Minuten vom Hotel entfernt auf der anderen Straßenseite, fiel mein Blick auf dieses Gemäuer, das sich serpentinengleich den Fels hochschlängelte. Ich konnte allerdings nicht ausmachen, was es ist.

Also ging ich weiter an der Küstenstraße entlang, die rechts gesäumt war von solchen Abhängen:

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Fels, wohin man blickte. Zwischendurch ein bißchen Vegetation, aber insgesamt doch sehr rauh. Doch nicht, dass da falsche Gedanken aufkommen: Wir befanden uns auf dem grünen, nordöstlichen Teil der Insel. Wo es viel Grundwasser gibt und deswegen auch so eine reichhaltige Pflanzenwelt. Weiter im Süden sollte es noch deutlich trostloser sein, fast wüstig. Da war es doch wieder nett, wenigstens ein paar grüne Flecken in der Landschaft zu haben. Die dann auch noch so eine tolle Farbstimmung erzeugen wie auf dem folgenden Bild zusammen mit dem Meer:

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Dieses Foto ist die Böschung runterfotografiert, die links von der Straße abfiel. Und da ich mich eh gerade erleichtern musste, ging ich ein Stück dort runter. Wohlgemerkt: In Latschen. War nicht ganz so einfach, aber ging. Nur: Als ich dann erleichtert war, hab ich mich ein bißchen umgeschaut und spontan entschieden, einfach weiter an der Küste langzulaufen…

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… vorbei an Felsen mit Höhlen…

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… und Felsen mit schiefen Baumantennen. Zwischendurch hüpften immer wieder irgendwelche Viecher vor mir weg, die ich in den ganzen niedrigen Büschen nicht gesehen hatte. Nicht so einfach, so querfeldein. Aber ich fand zum Glück sogar einen kleinen Weg, den ich dann weiter runterlaufen konnte.

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Hier ist der Weg zu sehen, rechts am Bildrand. Oben, wo der Mast steht, ist übrigens die Straße, hinter mir noch ca. 100 Meter zur steil abfallenden Küste.

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Hier sieht man eine spektakulär ausgewaschene Küstenhöhle. Leider hab ich es nicht zustandegebracht, dieses Phänomen angemessen zu fotografieren. Und obwohl ich lange drumherumgeklettert bin und teilweise bis an den Rand, die Dimension wird überhaupt nicht klar: Dieses „Loch“ war bestimmt 20 Meter tief.

Ein bißchen frustriert, aber auch beeindruckt ging ich an der Küste weiter, und bald sah ich auch schon aus der Ferne mein Ziel:

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Die Thermen von Kallithea, mit den schicken hautfarbenen Runddächern. Doch um dort hinzukommen, musste ich nochmal um die komplette Bucht herumlaufen.

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Doch das lohnte sich: Dies ist der Eingang zum Thermengelände. Schick, schick. Hinter dem Tor ist noch ein schöner Brunnen, und weiter geradeaus führt der Weg dann unter diesen Balustraden her:

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Spektakulär ist vor allem der Boden: Hier wurde aus vielen kleinen weißen und schwarzen runden Steinen ein riesiges Mosaik gebildet, welches sich über das gesamte (!) Thermengelände erstreckte. Wahnsinn. Diese Steine hatten aber nicht nur schmückenden Effekt, denn sie standen ca. einen Zentimeter aus dem Beton und verwöhnten die Barfüßigen mit einer ständigen Fußmassage. Töfte.

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Der oben schon gesehene „Tempel“ des Geländes. Das einzige Gebäude, das nicht weiß angestrichen war. Vielleicht unter Denkmalschutz. Hier, glaube ich, müssen die heißen Quellen gesprudelt sein. Zumindest lässt das der Innenraum vermuten, der so aussieht:

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Sitzgelegenheiten direkt am Wasser, das nicht sonderlich tief ist. Schön auch die Sonnenstrahlenpunkte auf dem Boden. Stelle ich mir sehr atmosphärisch vor, wenn dann noch Dampf oder Rauch durch das Gebäude zieht.

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Ein kleiner Bach plätschert in die Richtung des „Tempels“, möglicherweise die Quelle des Wassers, was jetzt dort steht.

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Und hier die Bucht von Kallithea. Weiter hinten sieht man nochmal die felsige Küste von der Seeseite. Insgesamt sehr idyllisch, mit kleinen, in den Felsen geschlagenen Liegenischen.

Rechts ging es weiter hoch zu den Thermengebäuden, die die Italiener aufgehübscht hatten. Alle drei kreisrund, überhaupt war das ganze Gelände in Kreisen aufgebaut. Ob das spirituellen Hintergrund hat?

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Einer der äußeren Rundgänge von innen. Auch hier sieht man wieder schön den Fußmassage-Boden.

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Die Gebäude waren zwar rund, es gingen aber 2 gerade Gänge hindurch, die die verschiedenen Kreisgänge miteinander verbanden und sich in der Mitte trafen. In dieser Mitte war ein riesiges Mosaik angelegt, das ich Euch nicht vorenthalten möchte:

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Um sich die Dimensionen vorstellen zu können, eine schnelle Zahl: Der Abstand von der Kante des äußeren weißen Ringes vom linken Bildrand zum rechten beträgt ungefähr 3 Meter. Wie lang die Leute daran wohl gesessen haben?

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Ein Brunnen, der in einem der Ringe stand. Rundherum standen Stühle, hatte ein bißchen was von nem Auditorium.

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Wieder raus aus dem Thermengebäude und auf dem Weg zurück zum Ein-/Ausgang nochmal einen ‚Klick‘ auf die Pflanzenwelt. Auch hier überall ein lustiger Mix aus Stachel- und Blütenpflanzen.

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Und das letzte Bild von diesem Ausflug (tatsächlich, denn danach haben die Akkus den Geist aufgegeben): Ein weiteres Thermengebäude (?) etwas abseits des Geländes auf der anderen Straßenseite. Nicht restauriert, dabei sehr schön gelegen. Könnt man bestimmt ne dufte Ferienbehausung draus zaubern… wenn die Straße nicht direkt (rechts unten) daran liegen würde.

Das war der erste wirklich kulturelle Höhepunkt des Rhodos-Aufenthalts. Ein weiterer sollte (und soll) noch folgen: der Besuch in der Hauptstadt von Rhodos, die ebenfalls Rhodos heißt. Und das war nochmal schwer beeindruckend, für den heimlichen Rollenspieler in mir echt fantasie-ankurbelnd.

Dazu aber morgen mehr.

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