This is „300“?

Ich hatte es gestern schon angekündigt: heute gibt’s ein paar Worte zu der neuesten Comicverfilmung eines Frank Miller-Klassikers.
Nach den ganzen, teilweise überschwänglichen Rezensionen des Films „300“ war ich als Miller-Fan und Besitzer des Sammelbandes sehr gespannt auf die Verfilmung. Ursprünglich wollte ich sie sogar im Kino sehen, hatte meine Freundin schon dafür begeistern können. Bis dato haben wir’s noch nicht geschafft, uns den Film zusammen anzusehen… und seit der Nacht von Montag auf Dienstag bin ich ein stückweit froh darüber.
Zusammen mit Kumpels (siehe Eintrag von gestern abend) hab ich den Anfang des Filmes gesehen, ca. die ersten beiden Kapitel (=Hefte) des Comics. Und erstmal ist man als Fan natürlich begeistert von den tollen Bildern, die Regisseur Zack Snyder dort präsentiert. Er hat sich nämlich, wie schon oft zu lesen war, sehr genau an den Visualisierungen von Frank Miller orientiert.
Anders aber mit der Inszenierung und dem Pacing. Ich picke mir jetzt mal ein signifikantes Beispiel raus, was stellvertretend für viele Szenen in dem Film steht, die meiner Meinung nach einfach zu lange dauern. Mein Beispiel ist der Dialog vom Anfang des Films zwischen Leonidas und dem persischen Gesandten.
Im Comic spricht der Gesandte, kurz bevor ihn Leonidas den Abgrund runtertritt, die Worte „This is blasphemy! This is madness!“. Leonidas verpaßt ihm daraufhin den totbringenden Tritt mit den Worten „This is Sparta!“. Das passiert innerhalb 2er Panels, also recht zügig.
Im Film vergehen zwischen den Worten des Persers und dem Gebrüll von Leonidas (bekannt aus Trailern) elend lange Sekunden (Minuten?), in denen Blicke ausgetauscht werden zwischen Leonidas und dem Perser, Leonidas und seinem Gefolge, Leonidas und seiner Frau und und und. Was im erwähnten Trailer noch vergleichbar schnell hintereinander geschnitten war, dauert unglaublich lang. Das wird dem Comic nicht gerecht, und ist an der Stelle, finde ich, auch im Film unpassend.
Und solcherlei Szenen gibt es allein in den ersten 2 Kapiteln zu viele, so dass teilweise Langeweile aufkommt… wenn man sich nicht an den tollen Bildern ergötzen will.
Die Kampfszenen sind dagegen einfach grandios. Doch das reicht, meiner Meinung nach, nicht, um den Film mehr als nur durchschnittlich gut zu finden.

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